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Die Sorben/Wenden

Sorben oder Wenden sind gleichwertige Begriffe. Als "Veneti" bezeichneten schon römische Geschichtsschreiber alle ihnen im Einzelnen nicht bekannten slawischen Stämme, die seit der Völkerwanderung in Mittel- und Ostdeutschland sowie in der Alpenländern (heutiges Österreich) siedelten. Jahrhunderte lang wurde der Name "Wenden" oder "Winden" im deutschen Sprachgebrauch angewandt. Die Bezeichnung "Sorben" ist vom sorbischsprachigen Eigennamen "Serbja" und "Serby" abgeleitet.
Die Delegierten der 1. Hauptversammlung des DOMOWINA-Regionalverbandes Niederlausitz entschieden sich am 31.05.1991 für die deutsche Bezeichnung Sorben/Wenden.
Aktuelle Informationen und jede Menge Wissenswertes über sorbische Kultur, Tradition, Brauchtum und Kulturstätten finden Sie hier.

Zweisprachige Beschilderung in der Lausitz serbska rěc - Die sorbische/wendische Sprache hat sich viele Besonderheiten des Altslawischen bewahrt.
Nach der Reformation entstanden mehrere schriftsprachliche Formen des Sorbischen auf unterschiedlicher dialektaler Basis.
Bis zur Mitte des 19. Jhd. konnten sich davon endgültig zwei Sprachen durchsetzen: Die obersorbische Schriftsprache auf der Grundlage des um Bautzen gesprochenen Dialektes als verbindliche Norm im sorbischsprachigen öffentlichen Verkehr in der Oberlausitz und in der Niederlausitz das Niedersorbische auf der Basis des Cottbuser Dialektes.
Im Grenzgebiet des Ober- und Niedersorbischen ist ein Übergangsdialekt entstanden, der Elemente beider Sprachen in sich vereint.

serbske drastwy - Das Trachtengebiet in der sorbischen Lausitz bildet die größte geschlossene Trachtenregion in Deutschland. Von ehemals 10 Trachtenvarianten sind heute noch 4 in den Regionen um Bautzen, Schleife, Hoyerswerda und Cottbus lebendig.
Hier gehört die Tracht noch zum täglichen Erscheinungsbild, vor allem bei der älteren Generation. Viele Frauen und Mädchen besitzen die farbenfrohe Festtagstracht, die sie zu besonderen Anlässen tragen. In jüngster Zeit entstehen vielerorts Trachtenvereine.
Die Nationaltrachten bilden als Ausdruck materieller Volkskultur einen wichtigen Identitätsfaktor der Sorben/Wenden.

Johannisreiten in Casel serbske nałogi - Die sorbischen Bräuche sind wie viele slawische Bräuche heidnischen Ursprungs und werden in abgewandelter Form noch heute mit großer Beliebtheit gepflegt, wobei es territoriale Unterschiede gibt. Viele Sitten und Bräuche gruppieren sich um christliche Hauptfeste (zu Weihnachten und Ostern) oder ordnen sich in den Ablauf des bäuerlichen Arbeitsjahres ein.
Weit verbreitet sind Winter und- Frühlingsbräuche wie die Vogelhochzeit, wendische Fastnacht, Osterfeuer und Hexenbrennen, Maibaumaufstellen und- werfen, oder Erntebräuche wie das Hahnrupfen, Hahnschlagen, Stoppelreiten und Kranzstechen. Die jungen Mädchen tragen zu diesen Anlässen oftmals ihre Festtracht.
Informieren Sie sich zu aktuellen sorbischen Veranstaltungen. Hier geht’s direkt zum Veranstaltungskalender.

serbska konfesija - Die Konfession der Sorben/Wenden
Die katholische sorbische Lausitz ist ein relativ geschlossener Raum zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda. In diesem Dreieck leben in neun Pfarrgemeinden mehr als 15.000 sorbische Katholiken. Die tägliche Umgangssprache in Familien, Schulen, Kindergärten und im öffentlichen Leben ist überwiegend Sorbisch.
Evangelische Gemeinden, vorrangig in der Mittel- und Niederlausitz, mit einem überwiegenden Anteil von Sorben gibt es nicht mehr. Jedoch finden sich in nahezu allen Parochien sorbischsprachige Gemeindemitglieder, die seit Ende der 80-er Jahre wieder die Möglichkeit haben, an wendischen Gottesdiensten teilzunehmen.
Nicht alle Sorben sind konfessionsgebunden.

Quelle: Informationsfaltblatt "Serby- Serbja Sorben/Wenden",
Herausgeber: Sorbische Kulturinformation LODKA

Download: Faltblatt "Sorben in der Lausitz" (PDF / 401 KB) »»

Weitere Informationen bei:
Sorbische Kulturinformation LODKA in Cottbus
August-Bebel-Str. 82
03046 Cottbus
Fon 0355 48576468
Fax 0355 48576469
stiftung-lodka@sorben.com
lodka.sorben.com

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